Ostern Reloaded

Jetzt wollte ich Euch großartig erzählen, dass ich seit gestern schon vier Wochen am Radeln bin, aber das stimmt ja gar nicht. Es sind erst 3!! Also nix mit “boah, das Monat ist schnell vergangen” – dafür habe ich fast noch eine Woche Zeit:-) Trotzdem gibts dann gleich mal ein Zwischenstatistik für alle die Zahlen lieben:-).

Heut bin ich bei einer “Zwangspause” am schönen Lago die Bolsena. Zwangspause deshalb, weil ich mich voll gut fühle und eh gern weiterradeln würde, aber meiner Regenshort war dieses Vagabundenleben nicht so geheuer. Ihr hats in Napoli auch so gut gefallen und drum ist sie wohl dort geblieben. Und heute regnet es. Nicht stark, aber immer wieder ein bisserl. Deshalb habe ich beschlossen, das Wetter als Materialtest zu verwenden und erste Schwachstellen beim Zelt sind bereits analysiert. Aber kein Angst – noch sauf ich nicht ab und bis morgen wirds wohl halten; dann muss es repariert werden (hoffentlich erfolgreicher als meine Matratze, die behält nach wie vor die Luft nicht).

Nach zwei gemütlichen Tagen/Nächten am Lago die Bracciano bin ich also gestern an den Lago die Bolsena geradelt. Eine sehr grüne Strecke – hauptsächlich gesäumt von Haselnussstaudenwäldern (gibts das Wort?). Einziger Fehler meinerseits: ich hab mir die Höhenmeterverteilung nicht so genau angeschaut. Und 90% der 1000hm waren mal wieder an einem Stück zu machen – nach Caprarola und an den Lago di Vico. Das hab ich nicht so gern. Ich mag das ständige auf und ab lieber, als 2h bergauf zu treten und dann bei den Abfahrten halb zu erfrieren. Bekanntlich passiert das aber alles im Kopf und mein Kopf gestern hat sich nur gedacht – “Oida, ich hab nicht mal Schoggi mit”. Und da ist das Wunder passiert: Ich hab am Strassenrand ein halb-intaktes Osternesterl gefunden. Wirklich! 2 kleine Schoggieier waren etwas lädiert, die hab ich ignoriert, aber ein kleines Küken und ein kleines Schoggoei waren noch wunderbar zu gebrauchen. Grauslig denkts Ihr. Mich hats voll gefreut (und den Berg rauf gebracht!!). Natürlich ist noch ein Autofahrer stehen geblieben und hat mir gesagt “it is dangerous to stop here” (ja warum bleibt er dann stehen??!!??) – und ich hab nur gesagt “I know, but I am tired.”. Konnte ihm ja nicht sagen, dass ich gerade das 2. Osterwunder erlebt habe und dabei bin glückselig ein Ostereili zu verspeisen…

Vom Lago die Bracciano aus hab ich übrigens noch kurz Calcata besucht, nachdem Claudia mir den Tipp gegeben hat. War ganz süß – da Feiertag voll mit italienischen Touristen. Das beste an dem Dörfchen ist definitiv seine Geschichte – Link dazu findet Ihr in Claudias Kommentar von meinem letzten Post (da gehts um die Vorhaut Christi…:-))) Hier ein paar Bilder:

Übrigens ist es zur Zeit ist sehr schwer auf Deutsch zu schreiben. Im Urlaubs-Modus schaltet mein Hirn immer auf Englisch um, ganz ohne mein Beitun.

Wie also angekündigt: ich finde es ist Zeit für eine kleine Übersicht/Statistik:

Geradelte Kilometer: 1332 (wie man merkt, bin ich ein bisserl faul geworden:-)
Getretene Höhenmeter: 14700
Zurückgelegte Zugstrecken (nach der Ankunft in Palermo): 1 (90km zwischen Neapel und Formia)
Kleine Unfälle: 3. Der 3. Unfall, der dann Gott sei Dank kein richtiger war, war vor ein paar Tagen. Ich radle so durch irgendeinen Ort, als ein Typ spontan auf die Strasse spaziert, ohne sich umzuschauen. Zum Bremsen hat es nicht mehr gereicht, ich hab grad nur noch “Attentione” schreien könne. Ich habe uns schon alle drei (also ihn, mein Radl und mich) vollkommen zerstört auf der Strasse liegen sehen… Doch der Typ reagiert mega schnell, dreht sich um und fängt mich und das Radl auf und kann dabei noch stehen bleiben. Boah, muss der stark gewesen sein:-)) Ich hab vor lauter Schock nur gezittert. Keinem was passiert. Wahnsinn.
Blaue Flecken: unzählige. Angeblich hab ich ja schon als Kind “Haxen wie a Bua” gehabt und ich bin halt auch ein bisserl patschert… Mein Opa hat früher immer gesagt “bis zum Heiraten wirds wieder gut”. Irgendwann hat er mal damit aufgehört. Da wäre das Heiraten dann wichtiger gewesen, als das Heilen der Verletzungen:-)
Tote Viecher am Strassenrand: gleichviel wie blaue Flecken
Verspeiste Cliff Bars: 4
Tage, an denen ich meine Daunenjacke NICHT anhatte: 0
Tage an denen ich die Regenklamotten auspacken musste: 3
Nächte in Hotels: 1
Nächte in B&Bs: 4
Nächte in Hostels: 3 (6small Rooms in Napoli – zu empfehlen)
Nächte bei warmshower Hosts: 2
Nächte im Zelt: 13
Platten: 0 (bis jetzt hab ich mein Flickzeugs nur für meine Matte gebraucht, die seit Anfang an kleine Löcher hat.)
Windschattenspender: 4. Die letzten beiden, haben mich gemeinsam 10-15 km mitgenommen und waren die erste echte Hilfe. Erstens war es am Meer oft sau-windig und zweitens waren sie keine so typischen Rennradler, bei denen das Vorfahren zwar nett gemeint ist, der Windschatten sich aber in Grenzen hält. Nein, die beiden, die haben ordentlich Windschatten gespendet. Fein war das!
Gelesene Bücher: 3.5
Und weil wir in Italien sind:
Beste Pizza bis jetzt: di Matteo, Napoli
Bestes Eis ever: Casa Infantile, Napoli

Was ich am meisten vermisse: Musik
Was sich bei mir schon geändert hat: Café trinken statt Cappuccino. Mehr Eis als Schokolade verdrücken. Italienisch Wortschatz von 2 auf 10 vergrößert. Halbwegs braune Haxen (bis Mitte Oberschenkel) und braune Arme, bis zum T-shirt Anfang (sieht toll aus im Bikini – ich schwöre :-))

 

Ja und dann noch etwas anderes. Ich will ja nur über das Lustige, das Schöne und alles Gute schreiben, aber (jetzt muss ich schnell die Sprache wechseln…) This week is a difficult one for many of my friends. So I just wanted to let you know that my thoughts are with you and most of all they are with Hervé, his family and each and everyone who was closed to him. Hervé – you will be truly missed!

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