Wollte keener mitkommen???

“Biste ganz alleene unterwegs? Wollte denn keener mitkommen?” So fing meine erste Unterhaltung im schönen Brandenburgerland in irgendeinem Oma Kaffee, in dem es 1 Tasse Filterkaffee und zwei halbe Belegtebrötchen (mit Butter oder mit Remoulade?) um 2€80 gegeben hat, an.
Brandenburg war schön. Viel Wald, zumindest habe ich hauptsächlich Wald gesehen, und dazwischen immer wieder kleinere und größere Seen. Und falls Ihr euch erinnert – ich habe doch von der französischen “Rad-Autobahn” erzählt… ha, die ist ein Kindergarten im Vergleich zu den – tatsächlich so benannten – “Radstraßen” im Norden Deutschlands. Mein erster Tag war grandios. Es ist nämlich so wahnsinnig lustig worauf man da stößt, wenn man oft so planlos und unvorbereitet wie ich los düst. Zum Beispiel gibt es einen genial beschrifteten Radweg von Berlin nach Kopenhagen: nur auf Radwegen/Radstraßen und wenigen Nebenstraßen. Und dem bin ich gleich einmal für 100km am ersten Tag (bis nach Himmelpfort) gefolgt. Ich glaube ich habe noch nie so wenig auf eine Karte geschaut an einem ganzen Tag. Tag zwei und drei in Brandenburg waren dann schon wieder spannender. Ich bin zum Teil kreuz und quer gefahren, weil das Wetter unsicher war, weil ich unsicher war, weil es zum Teil geniale Radwege gegeben hat und weil ich viel gegen den Wind gekämpft habe. So bin ich über Neubrandenburg in einem Minikaff namens Cosa (Zelt wieder schön an einem Weiher) gelandet und von dort am nächsten Tag über unzählige Nebenstraßen, mit einer kleinen Fähre und über Greifswald nach Loissin an die Ostsee geradelt.

Was hab ich gesehen, was hat sich getan? Ne Menge! Das Fahren ist so anders geworden – schon in diesen drei Tagen (was seit der Grenze passiert ist, kommt später): Ich habe nämlich die (so von meinem Fährmann bezeichneten) DDR-Platten kennengelernt. So Betonplatten mit denen quasi Straßen gebastelt wurden. “Datong, datong, datong” sag ich nur – so fühlt sich das an, wenn ich kilometerlang über diese Straßen fahre. Oder aber die “alten Straßen”: Paris-Roubaix ist ein Sch*** dagegen. Das ist quasi Steinpflaster mit Steinen, die zum Teil spitz in den Himmel stehen. Ich bin also ordentlich durchgeschüttel und -gerüttelt worden und meine Unterarme fühlen sich zeitweise an, als ob ich einen ganzen Tag bouldern war (nicht, dass ich das einen ganzen Tag lang könnte, aber so stell ich es mir vor). Radwege/Pflastersteine, etc hab ich alles versucht in den Bildern zu verewigen.
Ansonsten hab ich noch schöne Backsteinhäuser und -kircherl gesehen, Häuser mit Strohdächern, Fachwerkhäuser. Und gaaaannzz viele kleine Nester – die meisten Miniorte hier sind 2km voneinander entfernt und in jedem steht ein Wohnblock (Bild). Ich kann Euch berichten, dass in Deutschland (zumindest da wo ich letzten Samstag war) am Samstag der Tag des Rasenmähens ist. Ich schwöre – kein anderes Geräusch war zu hören, als das des ewigen Rasenmähens. Komisch, an keinem anderen Samstag wären mir rasenmähende Gartenbesitzer untergekommen bis jetzt. Ach, und weils so schön war – ein Bild vom Gartenzwergerl-Highlight. Kommentare könnt Ihr Euch im Kopf ausmalen.

So. Aber weiter jetzt. Ich bin dann über die Insel Usedom nach Korswandt gefahren. Usedom hat mich an die Besuche bei meiner Kur-absolvierenden-Oma in Bad Vöslau erinnert. Ungefähr so war nämlich das Publikum entlang der Pommerschen Bucht. Und Radreisende – das glaubt man gar nicht!!! So viele!!! Und 90% be-ebiked!! Ich gehe also unter in einer “anonymen Masse” – einzig den Altersdurchschnitt mag ich (sogar mit 36 noch!!) etwas senken. Hehe. Mein Highlight an der Deutschen Ostseeküste waren die Strandkörbe. So schön. Ich hab sie aber nur angesehen und fotografiert. Zum drinnen chillen bin ich erst gestern gekommen.

Und dann kam der feierliche Grenzübertritt und endlich ein Land, in das ich bis jetzt noch keinen Fuß gesetzt hatte: Polen. Und jetzt ist es endlich ein bisserl abenteuerlicher. Nicht, weil ich mal wieder gar nichts verstehe (vollkommen egal, so viele Leute hier sprechen ausgezeichnet Deutsch), sondern weil ich fast nur mehr “offroad” fahre. Das hatte ich überhaupt nicht eingeplant, aber das ist einfach so. Es gibt da den Ostseeküstenradweg (auch das war mir neu) und dem folge ich jetzt, wann immer ich Lust habe. Er führt großteils durch Nationalparks, Wälder, Nebenstraßen, Singletrails, noch viel, viel mehr DDR-Platten (nicht so passend hier, vielleicht einfach “Plattenbaustraßen?”) und Pflastersteine. Hauptsächlich sehe ich also Wald und zwischendrinnen blitzt die Ostsee durch, oder durchquert der Weg eines der unzähligen Feriendörfer am Meer. Meine Unterarme sind riesig, ich ordentlich durchgeschüttelt, aber es macht unheimlich Spaß. Zwei große Herausforderungen gibt es: Sand. Für den bin ich (also mein Rad und Gepäck und ich zusammen) einfach zu schwer. Da grabt es mich sofort ein und ein Sturz ist quasi vorprogrammiert. Auf den sandigen Waldwegen also ist die größte Herausforderungen, die tiefen Sandstellen rechtzeitig zu erkennen. Und zweitens: die gemeinen Stechmücken. Aber da bin ich beinhart. “Anti Brumm” heißt meine Devise. Da fährt der Zug drüber.

Und heute? Heute bin ich in Mielno und genieße die Sonne, die sich gerade wieder zwischen den Wolken durchgeschoben hat und später sicher einen ganz kitschigen Sonnenuntergang an dem ewig langem Ostseestrand. Ich habe in den letzten 6 Tagen ca 500km gemacht, dabei waren vierTage mit um die 100 dabei und nachdem davon viel nicht auf gemütlichem Asphalt war, haben meine Beine etwas Pause verdient.

Und bevor ich mich zum Strand verabschiede – 2 (!!) Aufgaben für meine fleißigen Leser:
(1) Ich bin meine Bücherliste durch. Ich glaube 15 sind es bis jetzt. Also wer Lust hat: bitte schickt mir neue Lesevorschläge. Gerne Euer Lieblingsbuch, oder eine feine Sommerlektüre oder etwas, was zu Polen oder den Baltischen Staaten passt.
(2) Mein schickes, treues Surley hat noch immer keinen Namen!!!! Und das geht natürlich gar nicht, da ich sehr viele Dinge mit Eigennamen versehe. Brainstorming und vor allem Euer Input ist also gefragt. Los gehts!

Einfach Email,SMS, Kommentare oder Nachricht an mich. Ich freu mich auf den Input!

Und wiedermal: Eure Eva

 

Au revoir & summer in the city

Well. If you wondered how I made it from Marseille to Berlin within a couple of days, let me give you a hint: public transport:-)) Basically I had always planned things this way, but was never sure, if it was going to work out and if I wasn’t going to change my mind. But it did work out and I did not change my mind – so here is what I did: in Marseille I took a night train to Paris. That was super sweet. I slept well on the train, had great help when loading and unloading all my stuff and am still wondering how a train can ride all night (from 11:30pm to 8:00am or so with only one stop) for a distance another train manages to do in 3 hours. Impressive.

Once arrived in the captial of love I spent 14 very easy going hours cruising around on my bike, drinking café au lait, eating crêpe, writing emails and reading. To proof I was actually really in Paris for less than a day I took the obligatory picture… And then another means of tranpsort: the bus. And yes, go figure – i still am a big fan of trains. Heheh. But I did manage the bus ride from Paris to Berlin (13h), so did everyone else on the fully packed bus and so did my bike. It was certianly less comfortable than the train ride, but it did the trick and got me into Berlin easily.

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My favorite story along the way happened at the very beginning: while waiting for the train to leave from Marseille I got talking to the only other person with a bike and bags on the platform and that ended up being super interesting. If ever you thought what I am doing is quite “athletic” or you are impressed about the kilometers I have done so far or the meters of altitude I have managed to climb – forget all about it. Matthieu – the guy I was talking to – is working for one of the French bike magazines (if not the only bike-travel magazine) and was going for something he called “une rando sportive”… So an athletic bike-travel-trip…. It sounded so interesting that I couldn’t stop but ask millions of questions – and this is what I found out: his trip is somthing organized by somebody – and it happens once a year. The initiary changes every year, but the hard facts remain about the same. So this year there were 120 participants expected for this “rando sportive” and it started in Strasbourg and ended somewhere on the French coast (forgot where exactly), crossing Switzerland and Italy. The deal was to do 1200km, including about 22000m in altitude in 120h. So 5 days with somthing between 200 and 300 km of riding (including 4000m climbing) per day, meaning 10 and more hours on the bike each day. And then sleeping in a bivac… Honestly – what I am doing sounds like a piece of cake in comparison:-) Asked about it, Matthieu told me that three women were supposed to particpate and that I can take part next year – he is sure that I can do it – after all, I have now a year to prepare (and train). hahaha.

So. I landed in Berlin and after having visited Marseille for 1.5 days, Paris for some hours, I decided to offer Berlin a bit more time and stay for a week. It started out with a super nice untypical (at least for me) Berlin weekend: a girls weekend (thanks Dany and the girls for making me feel at home!!) with swimming and riding a pedalo on Wannsee, discovering awesome kid’s playgrounds and enjoying nice beer gardens, etc. And after the first impression on how green and how full of water Berlin can be, I did go more urban and downtown for a couple of days. I won’t bore you with the details, but just to give you an overview of the places I have been to in the last couple of days: Charlottenburg, Tiergarten, Mitte (and everything there is to see there), Prenzlauerberg (walked around everywhere, including the Mauerpark and the Watertower park), Kreuzberg (back and forth, including Bergmannkiez, Oranienstr. etc… ), Friedrichshain and Treptow (mainly in the park, enjoying the sun on the little island)… What I was doing in all these areas?? Walk, walk, walk, ride a bike and eat food (sorry, no German food:-)) and changed from Rosé to beer! One thing I would like to point out (and also for you to understand these nonesense pictures): trying to be local and watching the beautiful sunset from an S-Bahn bridge (close to Warschauer Str.). Well, there was no beautiful sunset and all I could see were cranes on Berlin’s skyline. But it was super fun to see all the people hanging out on a random bridge, like it would be the coolest thing to do:-)))

Well – to wrap it up: today I started riding again. I am heading north to the Baltic Sea and am currently at a beautiful lake close to Fürstenberg/Havel. This day has been full with sunshine and lots of rain, endless stretches of great cycle paths through forets and along rivers and canals. My plan is to ride along the German coast for 1-2 days and then along the Polish coast for a good week.

And just for the record – until Marseille I did this (I will not inlcude the kms we did mountainbiking, nor the kms I rode around Paris or Berlin in my statistics, too complicated…):
2786km
33630m altitude

Bis bald!

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