Hej hej! Oder: das Leben in blau-gelb

Verrückt – schon 10 Tage in Schweden, die Zeit verfliegt!! Die Nacht in meinem Mädeslzimmer auf der Fähre war super fein, inklusive kitschigstem Sonnenuntergang und Lottchen und ich sind wunderbar im blau-gelben Schweden angekommen.

image

Doch bevor ich Euch über meine bisherigen 10 Tage Schweden erzähle noch kurz zu Tallinn:
In Tallinn habe ich mich mal wieder über Warmshowers eingemietet und zwar bei Kristjan. Und das war super fein. Für zwei Tage bin ich einfach Teil “seiner Jungs” geworden, habe an den “normalsten” und gleichzeitig ungewöhnlichsten Plätzen den Sonnenuntergang bewundert, den Jungs ein bisserl beim Abdunkeln mit Folien des T3 VWs geholfen, Elchsuppe gegessen, mich viel über Estland unterhalten und zwischendrinnen die schöne Altstadt (voll mit Kreuzfahrttouris) und das bunte, moderne, trendige Rundherum (unter anderem den wundschönen neuen Markt und die kuriosen Überbleibsel vom alten Markt – dort auch das tolle Käferbild:-)) begangen und befahren. Ich mag Estland einfach und Tallinn auch, sehr gerne.

So – und nun aber zu Schweden. Stockholm habe ich sehr stiefmütterlich behandelt. Das war mir einfach zu voll. Es war gerade Pride Week als ich angekommen bin und ich bin mal schnell durch die Altstadt spaziert (um mir sicher zu sein, dass ich eh schon mal da war), bin mit Lottchen auf eine Insel getuckert, habe Kaffee getrunken und mich dann schläunigst über die unzähligen Radwege in Richtung Westen aufgemacht.

Schweden ist für mich ja besonders – weil ich mich schon die ganze Zeit aufs “wild zelteln” gefreut habe. Und auch, wenn ich das ab Polen hin und wieder gemacht habe, dann ist es hier doch etwas anders – weil eben vollkommen erlaubt. So einfach ist es aber dann doch auch wieder nicht (musste ich schon feststellen). Aber jetzt habe ich einen Trick entdeckt: ich suche mir immer einen Badeplatz in der Botanik, da gibts dann meistens einen Tisch, ein Plumsklo und ein bisserl Strand und im Normalfall keine Leute. Das ist das perfekte Set-Up für mich. Wenn es das aber auf langen Strecken nicht gibt (weil zB zu viele Menschen wo leben, oder kein Zugang zum See ist, oder, oder), dann gibts noch die Option Wald oder die Option Campingplatz. Beim Campingplatz muss man ein bisserl in die Tasche greifen, aber ich hab es sogar schon geschafft den Preis zu verhandeln. Der Trick dabei: “Echt so viel? auch ohne Auto? Ich hab nur ein kleines Zelt und ein Fahrrad…”.
So gondle ich also dahin. Zuerst gings von Stockholm in einer sehr langen und zwei kurzen Etappen nach Surahammar zu meiner Freundin Maria. Die Wiedersehensfreude nach 15 Jahren war riesig. Und die Zeit mit Maria, Niklas, Frida und Hanna einfach wahnsinnig gemütlich. Surahammar war für mich drei Tage lang faulenzen, viel quatschen, lachen und ein Einblick in den schwedische Alltag. Habt Ihr gewusst, dass die Kids in Schweden immer am Samstag (und nur am Samstag) naschen dürfen (Saturday Candy)?? Hängt mit irgendeiner Werbung zusammen, die wohl ordentlich eingeschlagen hat.
Dann habe ich meine Liebe zu Knäckebrot wieder entdeckt, mich an Tuben-Kaviar erfreut, Käse aus der Tube kennengelernt und vor allem ein neues Pausen-Konzept in meinen Alltag eingeführt: FIKA! Das müsst Ihr googeln. Das steht für Pause, Kaffe trinken, jausnen, tratschen – kurzum, braucht man unbedingt. Ich mindestens einmal am Tag:-)

Im allgemeinen erinnern mich Schwedische Kleinstädte oft an amerikanische Kleinstädte – große Shoppingzentren in der Peripherie und Coffee Shops im Zentrum. Kleine Supermärkte findet man wenig und schwer, finde ich. Ach und weil ich grad bei Amerika bin: in Schweden habe ich wieder angefangen Filterkaffee zu trinken. Ich bin ja ein alter Sparefroh und den Filterkaffee gibts hier (eben auch wie in den USA) immer mit gratis re-fill:-)) So viel Kaffee kann ich gar nicht trinken, wie ich da für 2,50 bekommen würde. Noch etwas, das für mich sehr gewöhnungsbedürftig ist: Schweden ist quasi bargeldlos. Ich bin der letzte Mohikaner, der hier noch mit Cash zahlt. Mir ist es schon passiert, dass mir nicht rausgegeben werden konnte, weil so wenig Kohle in der Kasse war. Hmmm.

Auch Schweden mag ich fruchtbar gerne. Irgendwer hat mich noch gewarnt und gesagt – da gehts dann aber auch ewig dahin nur durch Wald und so. Kann ich so nicht unterschreiben: erstens hab ich vor allem Kornfelder gesehen, dann viele Pferde, immer wieder Wald und natürlich auch viel Wasser. Das tolle ist aber, dass immer wieder irgendwo ein Häuserl auftaucht und an denen kann ich mich gar nicht satt sehen. Also ich war ja schon mal in Schweden, aber an das rote Schwedenhaus kann ich mich nicht erinnern. Wohl ist mir bewusst, dass es quasi für Schweden steht, aber, dass am Land 80% der Häuser so aussehen, damit habe ich einfach nicht gerechnet. Und hin und wieder ist dann jemand ganz gewagt und malt es gelb an. Oder vielleicht sogar grau. Boah! hehe. In den Orten/Städten ist es dann schon ein wenig bunter – da gibts von Zuckerlfarben, über weiß fast alles. Ich will auch so ein schwedisches Holzhaus. Sofort!

Ein paar mehr Rennradlfahrer (das ist schon seit Tallinn so, eigentlich) sieht man hier auch, aber Radreisende hab ich erst 1x gesehen. Alle sind super freundlich, winken mir oft und rufen “Hej hej!”- das kann ich dann gleich akzentfrei kontern:-)

Zur Strecke noch kurz: ich bin von Surahammer an die Ostküste des Vättern See geradelt (über Vadstena und Gränna – da kommen diese rot-weißen Süßigkeiten her) bis Jönköping. Und von dort mit ein paar Umwege über super einsame Waldstrassen (zT nich asphaltiert) nach Boras. Da sitz ich jetzt in einem Hotelzimmer, bin gerade aus der Sauna raus und draussen waschelt es ordentlich. Morgen bin ich in Göteborg – wenn alles gut geht, bei einem weiteren Wiedersehen: Niclas, den ich auch noch aus Oregon kenne habe ich seit 20 Jahren nicht mehr gesehen!


Und zum weiteren Reiseverlauf (weil sich ja ein paar wundern, warum um alles in der Welt ich jetzt in Schweden rum gondle): na ich habe mir überlegt ich fahr nach Hause. Ich mag nicht mehr weiter in den Norden, ich bilde mir ein im Süden ist es wärmer:-)) Von Göteborg geht es deshalb nach Helsingborg und von dort mit der Fähre nach Dänemark. Ich hab mi gedacht ich nehme Dänemark noch mit, das bietet sich quasi an. Alles weitere wird sich zeigen:-)

Wie gehts Euch? Schickt mir trockenes Wetter, bitte!
Eure HotelzimmerluxusradreisendeEva (und Lottchen aus der Tiefgarage!!)

Tere! Or: the country where vowels get the attention they are supposed to…

One of the first villages I crossed in Estonia was ULUU and I think I spent a good hour thinking about that name. Four letters – one of them repeating three times – what else do you need? Why come up with names like Kothgumprechting – way too complicated! (no offense to all Kothgumprechtingers – it was simply the first village name that came to my mind). So we Austrians can learn from the Estonians – and so we did: “Habi Tere” (let’s not discuss my chosen spelling here) – is a very typical slang greeting in Austria and obviously it has some Estonian influence – “Tere” being the normal “Hello” in Estonia. Hehe. Maybe I do have a future as a linguistique scientist…:-)

Last time I wrote I had just arrived in Pärnu – the so-called summer capital of Estonia. Plenty of restaurants, cafés, bars and live DJs and music all over the place on Saturday night. I took a day “off” and spent Sunday on the beach with half of Estonia and many tourists. It was the first time I saw a crowded beach up north, but it was still very nice. People here are quiet, they don’t yell as much as we do, they make a lot less noise – very pleasant for me.

After leaving Pärnu I made my way to the big Estonian Islands, spending my first night on Muhu right on the sea in Koguva. Koguva is a small old fishing town with well preserved houses (that are still lived in) and a museum for tourists. It’s a beautiful quiet little place. Funnily enough i saw the next Surly bike there (or rather the owner saw mine) and to make a long story short: I spent the next day riding to Kurrassare on Saaremaa in very nice company with Till and Celina. We passed by a meteorite crater and by a ruin of an old factory – maybe the only one that had every existed on Saaremaa. Kurrassare is like Pärnu another “health resort” (Kurort), quite cute. My highlight of Saaremaa were the windmills in Angla though.

For the next island on my initiary – Hiiumaa – I had different options: there was enough time to cycle around it, or enough time to spend another one or two days “off” from cycling. Riding 60km against strong head winds to the ferry made me decide to skip the idea with circeling around the whole island and rather continue to a place called Kassari or rather the “Sääre Spirt”. That’s a peninsula that leads a few kilometers into the sea, getting skinnier and skinnier until it is just a line of rocks. It was really very nice. But that was not all. Hiiumaa – the island, that is supposed to be the calmer, more nature bound one had a few more great suprises for me: on the ferry I met three German/Swiss ladies who invited me to join them the next day for a smoke Sauna. That is an absolute highlight of a trip to Estonia or Finland, since those smoke Saunas are not so easy to find anymore. It was really quite an event. The smoke Sauna has to be heated 4-5h before it is entered, about 3 m3 of wood are burned therefore. The one we got to used was private and we only had the chance to access it because one of the ladies I was with didnt get tired of asking around and made it happen. We wore funky wool Sauna hats, used birch-twigs for “massages”, were served cold cider and swam in the next-to-the-Sauna private swimming pond. It was really a very, very nice little adventure. Afterwards we all smelled like freshly smoked “Gselchtes” (=meat) and treated ourselves to a very nice dinner. And if that wasn’t enough – Hiiumaa had two more super nice surprises for me: one was the visit of a family run business that produces wool on revitalized machines from 1865. And since I love to knit I loved watching those machines. And the absolute highlight came at the very end of my 2 days on Hiiumaa: I was peacefully riding along the road, all by myself, on the way to the ferry. Suddenly – out of the nowhere – two huge, beautiful elks wanted to cross the road. Lottchen got a bit scared and I had to slam her beaks (can you say that: “slamming the breaks on a bike””??:-)). The elks were about 20 m in front of me and I think by hearing Lottchen’s squealing breaks they got a lot more frightened than Lottchen and made sure to disappear quickly. So unfortunately I did not manag to pull out my camera fast enough and catch the full beauty of them…
By the way, in the deciduous forest here (that is quite seldom) I noticed a – to me – very well-known smell (which was later confirmed by some dishes on the menu of the nice restaurant we had dinner in): wild garlic (Bärlauch)! Crazy that wild garlic grows here in July, when Austrians have long forgotten about it!

Happasalu was my first stop on the mainland and the third health resort I visited. The nicest things about the rainy day in Happsalu were having coffee in a very nice Kursaal (the nicest one according to me), the massage I treated myself to (first massage since I have left on this trip!!) and a dinner on the camping site I spent in excellent company: with Anti. Anti is Finish and has done several trips around Europe and acutally he is currently doing more or less the same thing as I am doing, just the other way around. So we agreed to meet “half way” again – somewhere in Sweden. I will keep you posted if it works out!

From Happsalu to Tallin I rode along an old railway track for 64 km and then headed up north to camp on the peninsula of Paldiski. By the way – camping in Estonia is awesome. The Estonian state forest organisation (something like the Bundesforste in Austria) has an own app (rmk.ee for those on their way to Estonia:-)) that shows you all the camp sites they provide. They are often in the middle of a forest or right on the beach, but certainly always somewhere in nature and not in an urban site. Those camping sites are for free and you will always find a bonfire place there and a (or more) table that (most often) comes with a roof, so offers shelter against the rain. On most sites there also firewood and sometimes an outhouse (Plumpsklo) can be found. Sometimes you are alone on such places, sometimes there are a few others. The sites are always big enough that everyone has enough privacy and they are very peaceful – as long as no mad women start screaming at 3.30am and goes completely nuts because some kids from a couple hundred meters away decided to help themselves to some firewood from the site we were on…
Currently I am on Victoria I – the first time I have a bed on a ferry!!! I am on my way from Tallinn to Stockholm after having spent a few relaxing and awesome days in the Estonian capital. But since this blog is (again) way to long, my Tallinn experience and all my next travel plans will have to wait for the next entry:-)

Schiff Ahoi – Lottchen from the bottom of the ship and Eva from, well, the bar (Johnny Cash is playing:-))!

 

Ab jetzt der Bonus-Track: >5000

 

Tja, ich habe mal in meiner ganzen “Nicht-Planung” die Kilometer für meinen Trip überschlagen und bin auf ca. 5000km gekommen. Gut, damit wäre ich jetzt quasi durch, das heißt ich komme nach Hause. Nein, nein, keine Sorge – so läuft das nicht. Ab jetzt gibts den “Bonus Track”:-)) Also kurzes Statusupdate – wir stehen bei 5183km und ich habe meine erste Nacht in Estland hinter mir: mittelgroßer Privatgarten mit Bäumen, Küche, Dusche/WC und drei kleinen Zelten. A Traum!

Aber zurück zum Anfang – ich war ja eigentlich noch in Lettland. Und weil es diesmal soooo viel zu erzählen gibt, werde ich es in ein paar Themenblöcke zusammenfassen.

Essen:
Jajajajaaaa – das kommt an erster Stelle. Ich werde ja bereits seit Polen verfolgt von geräuchertem Fisch – “Zivis” auf Lettisch, wenn ich richtig liege. Den mag ich sehr gern, aber irgendwie konnte ich mich erst in Kolka dazu durchringen bei einem der unzähligen Standeln, die es entlang der ganzen Küste gibt, einzukaufen. Leider mit Hunger, also: viel zu viel gekauft und somit auch gleich wieder den Räucherfischhunger für die nächsten zehn Jahre gestillt (oder halt bis zum Nächsten Weihnachten). Auf jeden Fall – die Makrele war ausgezeichnet (und auch der einzige Fisch, den ich gekannt habe). Dann – wie mir auch Lonely Planet schon verraten hat: die Letten sind ganz fleißige Beerensammler. Ist ja auch nicht schwierig, es “wimmelt” ja quasi von Beeren. In Litauen habe ich zum Beispiel zum ersten Mal wilde Ribisel gesehen – einfach so am Strand. Und so bin ich also eines Tages, als mich das Radelfahren eh nicht soooo gefreut hat, mal schnell rechts abgebogen, in den erstbesten Waldweg und habe Heidelbeeren gebrockt. Da muss man gar nicht suchen oder so. Man geht einfach in den Wald – der ganze Boden ist komplett voll mit Heidelbeeren, sovielkannmangarnichtessen Heidelbeeren!!! Echt. Und am Sonntagabend und am Montag zum Frühstück hats dann in Riga Heidelbeertatscherl (oder -datschi oder Moosbeernocken) für meine Eltern (und mich!!) gegeben. Mhhhhhh. Und weil die Letten nicht nur ihre Beeren schön präsentiert in Bechern anpreisen, sondern es auch picobello geputzte Eierschwammerl zu erwerben gibt, habe ich da auch gleich noch zugeschlagen. Die Eierschwammerl habe ich dann aber nicht geteilt, sondern schön alleine verputzt beim “wild campen” am Strand. Auch mmmhhhhh. Und dann in Riga, da bin ich ja verwöhnt worden und wir sind eigentlich nur gut essengegangen, fantastische Abwechslung zum einfachen Campingessen…

Architektur/ trautes Heim:
Generell sieht man viele nette, bunte und weniger bunte Holzhäuser, ein paar Ziegelhäuser und hin und wieder Backsteingebäude – sehr vereinfacht dargestellt. Riga, auf jeden Fall, muss geboomt haben zur Jungendstilzeit und so habe ich mir mit meinen Parentas die volle Dosis gegeben und viele schön, bunte, wunderschön-restaurierte und zum Teil sehr überladende Fassaden bestaunt. In Jurmala (quasi die “Beachtown” vor Riga, relativ voll mit russischem Volk und nicht wenigen oligarchischen Protzbauten) gibts dann den Jungendstil noch in Holzhausform. Sehr schön, da hätt ich mir schon so ein “Sommerhäuserl” kaufen mögen;-)
So – nun aber zu einer echten lettischen Leidenschaft (ich glaub ich kann auch sagen, dass es ebenso für Litauen zählt): dem garteln! Ich habe Euch doch von den Rasenmäher Tiraden in Brandenburg erzählt – Kindergarten! Die Lettischen Gärten sind so schön und der Rasen so perfekt, ich glaube da hat jede Familie einen Rasenmähertraktor (gut, das ist vielleicht leicht übertrieben). Aber noch viel wichtiger sind die Blumen. Soooooo viele schöne Blumenbeete! Egal wie schick das Haus ist, oder ob es sich um einen einfachen Schuppen handelt – rundherum gibts es immer mit viel Liebe angelegte Blumenarrangements.

Lifestyle:
Tja was soll ich sagen – auch ich war ENDLICH in der Ostsee. Ich habe allerdings etwas geschummelt: ab der Bucht von Riga ist es so flach, dass man eh nur ins Wasser waten kann – mit schwimmen ist da nix. Das heißt auch, dass das Wasser gar nicht kalt ist, sondern irgendwo zwischen 17 und 19 Grad hat. Mein “wild campen” am Strand (respektive direkt hinter der Stranddüne) war auch gar nicht so wild, weil das nämlich Nationalsport zu sein scheint am Wochenende. Ich war also alles andere als alleine und rund um mich haben die BBQs und Feuerstellen geglüht. Und etwas wofür der hohe Norden ja bekannt ist – die Saunas – hab ich bis jetzt nur einmal angetroffen, dafür war das umso lässiger. Bei einem Strandspaziergang in Kolka ist mir ein kleiner LKW mitten im Wald, direkt am Strand aufgefallen. Bei genauerem Betrachten habe ich dann auch die kleine Holzterrasse, die quasi an die Ladefläche dran gebaut war und direkt zum Strand gegangen ist, entdeckt. Nachdem ich dann noch den Generator gehört habe und plötzlich zwei Menschen in Handtüchern gewickelt herumspaziert sind, war alles klar: eine LKWTerassenWaldStrandSauna. Wie cool!

Natur:
So ich habe es endlich geschafft – bin in der Früh aufgestanden und habe mir den Sonnenaufgang gegeben. No words – schauts Euch die Bilder an.
Und Natur Nummer zwei ist für den Fuchs: der war so frech und hat uns beim Lagerfeuer einen Besuch abgestattet. Mitten in der Nacht, gar nicht scheu, ist er nicht weit von uns auf und ab spaziert.

Leute (Radler/Reisende/Gastgeber):
So – und nach dem Essen, ein zweites Lieblingsthema, dieses zum Schluß: die Begegnungen, die meine Reise so reich werden lassen. Zu allererst muss ich wohl Anke und Markus erwähnen – niemanden habe ich so oft getroffen. Beim vierten Mal hat mich Markus mit unzähligen “Das glaub ich nicht. Die Eva.” begrüßt und beim fünften Mal haben wir uns gar nicht mehr gewundert:-) Wir hatten für einige Tage die selbe Route, aber sie war unterschiedlich aufgeteilt, wir hatten unterschiedliche Startzeiten und Endpunkte und trotzdem haben wir uns immer wieder mal getroffen: beim Frühstück am Camping, auf einer Brücke in Riga, in der Altstadt von Riga, bei einem Supermarkt unterwegs. Es war jedes Mal ein schönes Wiedersehen! Anke und Markus sind eben auch mit dem Rad unterwegs, allerdings eher “auf Urlaub” und ohne den mehrmonatigen Reiseluxus wie ich. Und so wie den beiden bin ich noch einigen anderen germanischen Radlern begegnet (allerdings niemanden so oft und ich hoffe ich habe mir die Eckdaten richtig gemerkt): einer fünfköpfigen Familie aus Halle, oder Andreas einem Lehrer aus Halle (in 5 oder 7 Wochen von Tallinn nach Berlin) und natürlich auch Lothar. Lothar war deshalb ein Highlight, weil ich nach kurzer Zeit drauf gekommen bin, dass er weiter nördlich Tom – “meinen” Japaner – getroffen hatte, so ein lustiger Zufall. Und Lothar dürfte etwas über 70 gewesen sein und war unglaublich bepackt. Untergebracht war er in einem180cm hohem Zelt in dem er stehen konnte und das auch sein Rad beherbergte, inklusive Hocker fürs leichtere Aufstehen. Beeindruckend.
Nach den durchwachsenen Tagen in Riga hat übrigens der Sommer wieder angefangen. Und meine erste Nacht habe ich im Gauja Nationalpark (zwischen Sigulda und Cesis) verbracht. Da gibts tolle Lagerplätze mit Feuerstellen und Plumpsklo (Speerzone für mich, weil ich Wespennester an der Wand entdeckt habe). Roger – ein Niederländer mit selbstausgebautem Offroad Toyota- hat Lagerfeuer gemacht, mich auf ausgezeichnete Hühnerspieße und Drinks eingeladen und mir von Reiseabenteuern (vor allem Amsterdam – Capetown mit einem Defender) erzählt. So ein toller, inspirierender Abend! Mit etwas Kopfweh, vielen neuen Reiseideen und frischem Kaffee von Roger bin ich dann am nächsten Tag aufgebrochen. Über Cesis bin ich nach Limbazi, habe mich ausnahmsweise bei der Touriinfo über Campingplätze erkundigt und bin dann weiter in Richtung Salacgriva geradelt. Der mir empfohlene Campingplatz, war ein Apartmenthaus, das vermietet war – also nix mit campen. Die Besitzer haben mir aber einfach eine weitere Telefonnummer gegeben, dort habe ich angerufen, bin 500m weiter gefahren und so bei Inga gelandet. Inga vermietet ein paar schöne Zimmer in einem wunderschön renoviertem Haus mit (natürlich) einem wunderschönen Garten. Ich durfte mein Zelt an der Feuerstelle unter einem mehrere 100 Jahre altem Eichenbaum aufschlagen und habe geschlafen wie ein Baby. Inga war wahnsinnig herzlich und hat mich am nächsten Morgen zu Kaffee und Kuchen in ihre Küche eingeladen. Ich war ihr so dankbar für diese spontane Gastfreundschaft (ich bin ja doch recht spät und sehr überrumpelnd am Vorabend eingetroffen), wir haben uns irrsinnig gut unterhalten und ich habe einmal mehr viele über Lettland gelernt. Sehr spannend.
Thank you so much again Inga!

Ach ja – um noch ein paar der Bilder zu erklären: Die Strände sind wunderschön und einsam – sehr touristisch war bis Jurmala gar nichts. Zum Teil kann man am Strand  entlang radeln und Lottchen wollte das, also sind wir. Ich habe versucht ein Selbstauslöserfoto zu machen – naja.

Die Eva & die Flotte Lotte – auch wir freuen uns über digitale Post!

Rumpelstiltskin and Pocahontas

I have been thinking hard in order to find a way how to write this blog without always writing about the weather:-)) So I will try to sum it up and make it “quick and dirty” this time… So: rainy, sunny, thunderstorm, blue skies, rain, grey sky but dry, blue skies, fall wheater – that pretty much sums it up until today.

As far as the initiary is concerned, I am a little bit in a hurry: my parents love to keep me busy and have booked a flight to Riga. So now I am trying to stick to a schedule and make it there mid July. That’s the reason I decided to do another detour. Yes. Never go with the obvious. If you don’t have time, extend your ways 🙂 So for those following on a map – here are the stops: Marijampole to Skirsnemune to Silute. In Silute I took the ferry to Nida on the Curonian Spit. From Nida to Nemirseta to Bernati (attention – this is Latvia already) to Pavilosta.

So my time in Lithuania was rather short. However taking the boat to Nida was very nice, reading Thomas Mann and visiting his holiday house also felt good and in the end standing on yet another sand dune – but this time – if I am not mistaken – on the highest one in Europe (70m), was beautiful. The whole Lithuanian coastline is lined by a cycle path which basically made it super nice to ride northwards. The beaches are georgeous with very fine white sand and the national parks with trees similar to pine trees and lots of wild life (thankfully all the wild boar, elks and the like stayed well hidden) are a pleasure to ride in. On the way I visited the witches hill with great wood carvings based on Lithuanian fairy tales.


Something that always keeps me busy on this route: ever since I have left Berlin I have read a lot on the history of the different regions I went through and particularly about their role in the 2nd World War. One sort of doesn’t really come around that, as there are many memorials along this route. It is really very interesting, even though if sometimes we feel we know all about it – there is still so much to learn.

Lithuania, as Poland and as now Latvia are countries I had never been to before. And even though my days in Lithuania were really limited, I really enjoyed those days. And I am always sooooo impressed by how easy it is to talk to people here. So I would say the 50+ generation mainly still speaks Russian as a second language, but even if they don’t understand English they will do everything to help you, or – more likely – they will quickly call out to some teenager or school kid who will be happy (and very pourdly) translate into flawless English. And many, many people speak excellent English – it’s like it’s always been like this and looking at history it clearly hasn’t. I am so impressed. Another thing I really enjoyed in Lithuania is that camping spots are most of the time super nice. They often have their own little lake or pond (ready for you to take a swim) and they almost always come with a kitchen for everyone to use. In general the price level is low, but then there are these exceptions – like paying suddenly more for a camping spot than you would pay in France or making the error of ordering a Spritz – which will certainly be about +50% from what you would pay in Vienna.

Then I have mainly had two nice encounters with locals. And funny enough – both times they were living an expatriate life, being back home for the summer. I think something that is not so unusual, looking at statistics. Anyway – the first guy was Lithuanian (and hey – I am not kidding – his name was seriously Robert) and living in London for 22 years. He couldn’t believe I was travelling by myself. Asked about 5 times why I was travelling by myself and couldn’t believe, that I would acatually enjoy that:-)) And the second couple I met were Latvians having basically lived all over the world – currently in Dubai. I am not quite sure I got all the details, but I think she said she is into banking or something. It did sound a bit like the World Bank or so – anyways, we had nice talk in a super nice Cafe called “Boulangerie” in Liepaja and I got many tipps of where to go in Lithuania and on which places are worth seeing. Liepaja was a nice stop. Apparently there are more “art nouveau” (Jugendstil) buildings there than in Riga. And it seems to be the hot spot in Latvia for music – there were notes in the pavement all over the city. What a nice detail!

So – here my new favorite story – sort of explaining why I chose this title for the blog: Yesterday I was (as many days before) once again following the trail paths in my book called the “Iron Curtain Trail”. I had a coffee in a super nice spot about 16km after the border and was counting on doing another 1.5 – 2 hours (about 30km) until I would put my tent up. Well – this is what it said in my bike about the first 13km: “Dort radelt man geradeaus in den nicht aspahltierten Weg immer an der Ostsee entlang.” (basically this means: you ride into the forest and follow the path – always along the Baltic sea.) Eeeeaaasssyyy.
When I started to ride into the forest I was somehow lost in tought and didn’t pay a lot of attention as to where I was going. But according to my map there was really no way to do any wrong turns anyway, so I didn’t bother too much. Well this changed quickly after about 10min as the path was getting really sandy and super difficult to ride on. So I double checked the map, went back and forth and finally got my phone out to check my current position via gps – no signal. So back to the old-skool style: map and sun. Direction was correct. So I continued. The path got worse and riding even more difficult. I stoped. Bad idea – the worse attack so far happened: about 50 Moskitos showed up – trying to eat me alive. I tried to continued and realized I simply couldn’t. The thing is – as long as you ride, those beasts won’t attack you, but as soon as you start to walk or worse: stop – they are all over you. So I saw only one solution: I quickly put my bike on the ground and instead of stoping I ran a circle around it. After the the first round I took of the bag where I had my repellent hidden. Next circle. Opened the bag. Next circle. Pulled everything out of the bag. Next circle. Found the repellent and ran about three circles around the bike, spraying me at the same time. Relieve. So yes, it must have looked like Rumpelstilzskin dancing around the fire, excpet that I was running around a bike. But – first challenge of the day managed (unfortunately the Gods must have mistaken it for a rain dance – as it was pouring at night). The next challenge made me rely on my capabilities as part-time squaw (Pocahontas). Winnetou would have been proud. I basically found my way by looking at the sand and finding some bycicle tracks every now and then.. Or let’s say, those tracks were the only thing that rassured me I was not completely off-track for a while. To make a long story short (as i always tend to extend them) there was no way riding in this forest and on that path, but there was also no way around it. So I ended up pushing, dragging and pulling my bike for about 13km, which took me about 3,5 hours (!!!). I had never been so dirty on the whole trip as last night….. But I learned my lesson: I will stay on pathed roads for now! See for yourself and send me more sunshine – that feels great!

Dziekuje Polska!

Ich versteh es nicht ganz. Irgendetwas Schlimmes muss ich angestellt haben. Dabei bin ich so brav: esse immer alles auf, schmeiße kein Essen weg und trotzdem war mir Petrus in den letzten Tagen alles andere als gnädig. Polen, ich glaub dir ja, dass Du schön bist – aber mir hast du dich vor allem von der nassen Seite gezeigt…. Aber von Anfang an. Ich habe also zwei feine Tage in Danzig (Gdansk) verbracht – bei zwei sehr lieben Warmshower Hosts: Magda und Kuba (thank you guys so much again). Sie sind zusammen vor einiger Zeit 13 Monate lang mit dem Fahrrad von Mexiko nach Süden gefahren. Es war super spannend ihnen zuzuhören und Erfahrungen auszutauschen. Sie waren es auch, die mir vom “green velo” Radweg erzählt haben und so habe ich mich schnell dazu entschlossen, das Russlandvisum zu vergessen und mich auf ein Abenteuer im Nordosten Polens einzulassen.

Aber zuerst zu Danzig. Die Stadt ist wunderschön wieder aufgebaut, ziemlich voll mit Norwegern und polnischen Touristen, bärtigen Hipsters und zu meiner Freunde einigen super netten Cafes und “polish draft beer” Bars. Am ersten Tag bin ich hauptsächlich herumgejagt auf der Suche nach Karten (erfolglos), aber am zweiten Tag, hab ich die Kaffees und das Bier genossen und mir auch das neue Museum zum 2. Weltkrieg gegeben. Das war eine Erfahrung. Ein spannender architektonischer Bau, voll mit Info. Gut gemacht, aber viel zu viel für mich. Nach über 3h war ich so k.o., dass ich aufgegeben habe. Ungefähr ein Drittel des Museums habe ich geschafft – dann wollte ich nur mehr raus.

Der erste Tag in Danzig war also trocken, aber danach hat es schon wieder angefangen zu regnen. Ich war noch guter Dinge – aber die Fahrt von Danzig nach Elblag war eine der Schlimmsten: 5h lang starker Regen und Wind, sodass ich irgendwann resignierend meinen Dad um eine Hotelbuchung in Elblag gebeten habe. Das war die Rettung. Zimmer mit Handtuchheizung im Bad, alles wurde trocken. Meine Regensachen haben mich nicht sehr beeindruckt – ich war “flotschnass”… Der nächste Tag war nicht viel besser und nachdem ich festgestellt habe, dass ich im Wald auf den erdigen/sandigen Wegen über vier Stunden für 40km gebraucht habe, habe ich green velo, green velo sein lassen und bin auf die Strasse ausgewichen. Naja. Dann war ich in Braniewo – nahe der Grenze zu Kaliningrad, habe ein super süßes Kaffee entdeckt und wollte eigentlich nur eine Pause einlegen. Doch ich bin entdeckt worden – von einem 68jährigen Deutschen (der mein Rad vor dem Café gesehen hat) und schon war ich in ein Gespräch verwickelt. Draußen hat es unaufhörlich geregnet. Lange Rede kurzer Sinn: er hat mir seine günstige Unterkunft gezeigt, ich hab ein Zimmer genommen, ihm Risotto gekocht und bin zwei Flaschen Rotwein später, ziemlich betrunken und eine Lebensgeschichte mehr, ins Bett gekrochen. Dieser Herr – Reinhard – fährt schon seit den 80ern mit dem Fahrrad auf Urlaub. Eine seiner ersten Reisen (mit seiner Exfrau) war nach Wien. Sie auf einem Dreigangrad. Unvorstellbar. Es war ein ausgesprochen feiner Abend.
Von Braniewo bin ich nach Bartoszyce – diesmal alles auf der Strasse, auch bei Regen. Hab mir wieder ein Zimmer genommen, den Preis ordentlich verhandelt und bin am nächsten Tag – trocken (!!) zu den nördlichsten masurischen Seen in der Nähe von Wegorzewo. Von dort – mit einigen Regenschauern weiter nach Stariczyki und hab zum ersten mal “wild” gecamped. Super wars. Und von dort bin ich heute – am Nachmittag wieder begleitet von Regenschauern – über Suwalki in die Nähe von Marijampole. Ganz unverhofft habe ich ein super nettes Camping gefunden und freu mich jetzt irrsinnig über den blauen Himmel in Litauen.

Vom Nordosten Polens ist mir vor allem eines geblieben: viele Wiesen, viel Getreide, Kühe, Schweine (dem Geruch nach), wenig befestigte Straßen – abseits der Hauptstraßen – und Störche. Ich habe noch nie so viele Störche in meinem Leben gesehen!!! Ein paar polnische Wörter haben meinen Wortschatz bereichert: Dzien dobry (Guten Tag), uwaga (Achtung – sehr hilfreich auf Radwegen), dziekuje (Danke), pokoje (Zimmer), lody (Eis), gofry (Waffeln – findet man überall). Damit habe ich es super durch Polen geschafft. “Green Velo” ist zu empfehlen – unglaublich wie gut die Wege ausgeschildert ist – man braucht praktisch keine Karte. Allerdings: wenn es sehr trocken ist, wird es mit viel Gepäck schwierig auf den sandigen Abschnitten – das selbe gilt bei so garstigem Wetter, wie ich es erlebt habe.

Eines meiner Highlights ist mir heute in Suwalki noch über den Weg gelaufen: Tom. Japaner – seit über zwei Jahren mit dem Rad von Shanghai unterwegs. Jetzt muss er Gas geben, weil sein Schengen Visum läuft ja in 90 Tagen aus. Also auf Volldampf durch die baltischen Staaten zum Nordkap und von dort nach Groß Britannien. Ich war beeindruckt. Und ihr werdet es nicht glauben: Tom fuhr ein Surley: einen Long Haul Trucker. Zum ersten Mal, dass ich jemanden mit meinem Rad gesehen habe- wir haben uns gegenseitig fotografiert:-)

image

 

Ach – und ganz wichtig – ich habe einen Namen für mein Radl. So vielen guten Input – es war nicht leicht:
FL (Flotte Lotte) aka RR (Rasante Rosinante) aka Poidine (von poids, franz. Gewicht) – kurz, das Lottchen!!!!

so long – Eure Eva

PS: Ich habe den Text ja schon gestern geschrieben. Heute monstermässiges Gewitter – also auch Litauen hat es in sich, dafür jetzt aber wolkenloser Himmel. Drückt mi die Daumen!

PPS: Für die Zahlenmenschen: Kilometerstand (inklusive heute): 4228,3 / Höhenmeter (da tut sich nicht mehr so viel): 38930

Roberto the 3rd and a glimpse into a personal Polish history

Yes – I know – the moment you have all been waiting for: another Roberto story! This time however the guy is for sure not called Roberto, but rather just Robert or Iwan or Tomek… So while I was riding somewhere on a road amongst Polish fields, close to the Baltic sea I overtook a short, round older guy on an ebike. Nothing special except for the fact that he wasn’t slow, but as it was my last 15 km of the day I was faster (hehe). However – the road ended and we continued to ride through the forest. Me pushing hard and him following me with his electro support – always right on my back wheel. Then I stoped at a small intersection – just to make sure I am still going the right way – when he pointed to the right and told me to go there. So I did, but quickly noticed that I should have continued straight on. To my surprise I found out that Robert (I will call him that for now) spoke German. I had some difficulties understanding him though and asked him if he was “from here” – “NOOO – I am from Germany”. Ah. Ok. Which part? Close to Dortmund. Interesting (why was it so difficult to understand him?). Robert told me the road I wanted to take was bad (lots of holes), but still he turned around with me and continued along the same way as I did – now of course riding ahead:-)) All the time he continued to talk, but since we were riding (still quite fast for me) I hardly caught a word. Anyway – this much I got: Robert was born in Poland, but left about 50 years ago (not sure how correct that number is), he will turn 68 this year, rides 30km with his ebike every day, has problems with some joints, that’s why he doesn’t ski anymore, etc, etc, and he started coming here a few years ago (that’s why he knows the cycle paths so well) and of course he did buy a little wooden house, because it was “so cheap”. He left me with the warning to always take good care of my bike, becaus he had two ebikes stolen last year, basically as to say they steal everything here… While I continued my way without Robert I couldn’t stop but think that if he would live in “Favoriten” (the part of Vienna I lived in for the past four years) he would vote “blue” (=color of a political party in Austria). Brrrrr.

So. Enough of Robert. Last time I left you with saying I would go and watch a beautiful sunset on the beach. And of course I didn’t. I ended up being invited to Beer, self-pickes Cucumbers (Salzgurken), Polish saussage (with “real” meat) and Presswurscht (don’t ask me to translate that) – by my second German-Polish encounter. Another retired men in his mid 60s who was happy to share his life-story (having left the Polish commune in 1983, fleeing to Germany, finding a job, etc…) with me. It was very interesting – and even if of course very subjective (but as we know history always is) – my first “excursion” into Polish history. Oh – and at the end of course I also had to taste some Schlehdornschnaps. Heidiweidi.

Well the Baltic Sea coast ist truly beautiful, endless white sandy beaches and clear water. However – the weather in the past days could have not been described as the same. I had sooo many downpoors, stormy nights, stormy rides, endless rainy rides and nights, that even I didn’t care for the weather much anymore. But it seems to be getting better. One good thing about the rain was certainly that the sandy paths became a bit easier to ride, while at the same time the grassy ones became muddy and sometimes impossible to go on. Making me do a detour of around 60km one day (after my bike had been stuck in the mud up all the way to the brake pads – don’t ask me how I manged to pull it out), all riding through the rain. On such days I end up always treating myself to something special – in that case it was a dinner out, going for my first fish Pierogi and good Polish beer. Yammi.


Talking about food – I also do have a favorite place along all the places I have been in Poland so far: AniAni (coffee and friends) in Utka. Three young ladies who make fantastic cakes and the best Cappuccino in Poland (and I am serious). You sort of have to like (or ignore) the candy-pink of the place, but I actually made it my home one rainy afternoon:-)

image

This small coffee place was a real gem though. What you mostly find on all these touristy sea places, I have seen, is fast food (I started to think that Gyros is Polish) including waffels in all forms and soft-ice-cream (I wasn’t aware that that didn’t get banned from this planet in the last century already) and all sorts of plastic entertainment, “play-machines” that like money, etc… I somehow imagine that the Adriatic coast must have been like that in the 80s.
Interesting enough: everything did get a bit stylisher and more expensive the closer I came to Gdansk. Yesterday I rode along the half-island of Hel (haha – no, no second “L”) a kitesurfers’ paradise and then took the ferry to Gdynia and am now staying at wonderful hosts in Gdansk. I will soon head out to see the city and figure out how to continue from here. A Russain visa would be easier to get here than in Vienna, but would still take me a week, there are definitely no boats to Lithuania, which would have been my first choice. Also yesterday I learned about a great cycling path along the Masuren Lake district and I think that this is what I will head for. I will keep you posted.

And finally a last highlight: the dunes near Leba. It was a bit of a “caravan” going up on that dune, but it was truly very beautiful (and very windy).

Wollte keener mitkommen???

“Biste ganz alleene unterwegs? Wollte denn keener mitkommen?” So fing meine erste Unterhaltung im schönen Brandenburgerland in irgendeinem Oma Kaffee, in dem es 1 Tasse Filterkaffee und zwei halbe Belegtebrötchen (mit Butter oder mit Remoulade?) um 2€80 gegeben hat, an.
Brandenburg war schön. Viel Wald, zumindest habe ich hauptsächlich Wald gesehen, und dazwischen immer wieder kleinere und größere Seen. Und falls Ihr euch erinnert – ich habe doch von der französischen “Rad-Autobahn” erzählt… ha, die ist ein Kindergarten im Vergleich zu den – tatsächlich so benannten – “Radstraßen” im Norden Deutschlands. Mein erster Tag war grandios. Es ist nämlich so wahnsinnig lustig worauf man da stößt, wenn man oft so planlos und unvorbereitet wie ich los düst. Zum Beispiel gibt es einen genial beschrifteten Radweg von Berlin nach Kopenhagen: nur auf Radwegen/Radstraßen und wenigen Nebenstraßen. Und dem bin ich gleich einmal für 100km am ersten Tag (bis nach Himmelpfort) gefolgt. Ich glaube ich habe noch nie so wenig auf eine Karte geschaut an einem ganzen Tag. Tag zwei und drei in Brandenburg waren dann schon wieder spannender. Ich bin zum Teil kreuz und quer gefahren, weil das Wetter unsicher war, weil ich unsicher war, weil es zum Teil geniale Radwege gegeben hat und weil ich viel gegen den Wind gekämpft habe. So bin ich über Neubrandenburg in einem Minikaff namens Cosa (Zelt wieder schön an einem Weiher) gelandet und von dort am nächsten Tag über unzählige Nebenstraßen, mit einer kleinen Fähre und über Greifswald nach Loissin an die Ostsee geradelt.

Was hab ich gesehen, was hat sich getan? Ne Menge! Das Fahren ist so anders geworden – schon in diesen drei Tagen (was seit der Grenze passiert ist, kommt später): Ich habe nämlich die (so von meinem Fährmann bezeichneten) DDR-Platten kennengelernt. So Betonplatten mit denen quasi Straßen gebastelt wurden. “Datong, datong, datong” sag ich nur – so fühlt sich das an, wenn ich kilometerlang über diese Straßen fahre. Oder aber die “alten Straßen”: Paris-Roubaix ist ein Sch*** dagegen. Das ist quasi Steinpflaster mit Steinen, die zum Teil spitz in den Himmel stehen. Ich bin also ordentlich durchgeschüttel und -gerüttelt worden und meine Unterarme fühlen sich zeitweise an, als ob ich einen ganzen Tag bouldern war (nicht, dass ich das einen ganzen Tag lang könnte, aber so stell ich es mir vor). Radwege/Pflastersteine, etc hab ich alles versucht in den Bildern zu verewigen.
Ansonsten hab ich noch schöne Backsteinhäuser und -kircherl gesehen, Häuser mit Strohdächern, Fachwerkhäuser. Und gaaaannzz viele kleine Nester – die meisten Miniorte hier sind 2km voneinander entfernt und in jedem steht ein Wohnblock (Bild). Ich kann Euch berichten, dass in Deutschland (zumindest da wo ich letzten Samstag war) am Samstag der Tag des Rasenmähens ist. Ich schwöre – kein anderes Geräusch war zu hören, als das des ewigen Rasenmähens. Komisch, an keinem anderen Samstag wären mir rasenmähende Gartenbesitzer untergekommen bis jetzt. Ach, und weils so schön war – ein Bild vom Gartenzwergerl-Highlight. Kommentare könnt Ihr Euch im Kopf ausmalen.

So. Aber weiter jetzt. Ich bin dann über die Insel Usedom nach Korswandt gefahren. Usedom hat mich an die Besuche bei meiner Kur-absolvierenden-Oma in Bad Vöslau erinnert. Ungefähr so war nämlich das Publikum entlang der Pommerschen Bucht. Und Radreisende – das glaubt man gar nicht!!! So viele!!! Und 90% be-ebiked!! Ich gehe also unter in einer “anonymen Masse” – einzig den Altersdurchschnitt mag ich (sogar mit 36 noch!!) etwas senken. Hehe. Mein Highlight an der Deutschen Ostseeküste waren die Strandkörbe. So schön. Ich hab sie aber nur angesehen und fotografiert. Zum drinnen chillen bin ich erst gestern gekommen.

Und dann kam der feierliche Grenzübertritt und endlich ein Land, in das ich bis jetzt noch keinen Fuß gesetzt hatte: Polen. Und jetzt ist es endlich ein bisserl abenteuerlicher. Nicht, weil ich mal wieder gar nichts verstehe (vollkommen egal, so viele Leute hier sprechen ausgezeichnet Deutsch), sondern weil ich fast nur mehr “offroad” fahre. Das hatte ich überhaupt nicht eingeplant, aber das ist einfach so. Es gibt da den Ostseeküstenradweg (auch das war mir neu) und dem folge ich jetzt, wann immer ich Lust habe. Er führt großteils durch Nationalparks, Wälder, Nebenstraßen, Singletrails, noch viel, viel mehr DDR-Platten (nicht so passend hier, vielleicht einfach “Plattenbaustraßen?”) und Pflastersteine. Hauptsächlich sehe ich also Wald und zwischendrinnen blitzt die Ostsee durch, oder durchquert der Weg eines der unzähligen Feriendörfer am Meer. Meine Unterarme sind riesig, ich ordentlich durchgeschüttelt, aber es macht unheimlich Spaß. Zwei große Herausforderungen gibt es: Sand. Für den bin ich (also mein Rad und Gepäck und ich zusammen) einfach zu schwer. Da grabt es mich sofort ein und ein Sturz ist quasi vorprogrammiert. Auf den sandigen Waldwegen also ist die größte Herausforderungen, die tiefen Sandstellen rechtzeitig zu erkennen. Und zweitens: die gemeinen Stechmücken. Aber da bin ich beinhart. “Anti Brumm” heißt meine Devise. Da fährt der Zug drüber.

Und heute? Heute bin ich in Mielno und genieße die Sonne, die sich gerade wieder zwischen den Wolken durchgeschoben hat und später sicher einen ganz kitschigen Sonnenuntergang an dem ewig langem Ostseestrand. Ich habe in den letzten 6 Tagen ca 500km gemacht, dabei waren vierTage mit um die 100 dabei und nachdem davon viel nicht auf gemütlichem Asphalt war, haben meine Beine etwas Pause verdient.

Und bevor ich mich zum Strand verabschiede – 2 (!!) Aufgaben für meine fleißigen Leser:
(1) Ich bin meine Bücherliste durch. Ich glaube 15 sind es bis jetzt. Also wer Lust hat: bitte schickt mir neue Lesevorschläge. Gerne Euer Lieblingsbuch, oder eine feine Sommerlektüre oder etwas, was zu Polen oder den Baltischen Staaten passt.
(2) Mein schickes, treues Surley hat noch immer keinen Namen!!!! Und das geht natürlich gar nicht, da ich sehr viele Dinge mit Eigennamen versehe. Brainstorming und vor allem Euer Input ist also gefragt. Los gehts!

Einfach Email,SMS, Kommentare oder Nachricht an mich. Ich freu mich auf den Input!

Und wiedermal: Eure Eva

 

Au revoir & summer in the city

Well. If you wondered how I made it from Marseille to Berlin within a couple of days, let me give you a hint: public transport:-)) Basically I had always planned things this way, but was never sure, if it was going to work out and if I wasn’t going to change my mind. But it did work out and I did not change my mind – so here is what I did: in Marseille I took a night train to Paris. That was super sweet. I slept well on the train, had great help when loading and unloading all my stuff and am still wondering how a train can ride all night (from 11:30pm to 8:00am or so with only one stop) for a distance another train manages to do in 3 hours. Impressive.

Once arrived in the captial of love I spent 14 very easy going hours cruising around on my bike, drinking café au lait, eating crêpe, writing emails and reading. To proof I was actually really in Paris for less than a day I took the obligatory picture… And then another means of tranpsort: the bus. And yes, go figure – i still am a big fan of trains. Heheh. But I did manage the bus ride from Paris to Berlin (13h), so did everyone else on the fully packed bus and so did my bike. It was certianly less comfortable than the train ride, but it did the trick and got me into Berlin easily.

image

My favorite story along the way happened at the very beginning: while waiting for the train to leave from Marseille I got talking to the only other person with a bike and bags on the platform and that ended up being super interesting. If ever you thought what I am doing is quite “athletic” or you are impressed about the kilometers I have done so far or the meters of altitude I have managed to climb – forget all about it. Matthieu – the guy I was talking to – is working for one of the French bike magazines (if not the only bike-travel magazine) and was going for something he called “une rando sportive”… So an athletic bike-travel-trip…. It sounded so interesting that I couldn’t stop but ask millions of questions – and this is what I found out: his trip is somthing organized by somebody – and it happens once a year. The initiary changes every year, but the hard facts remain about the same. So this year there were 120 participants expected for this “rando sportive” and it started in Strasbourg and ended somewhere on the French coast (forgot where exactly), crossing Switzerland and Italy. The deal was to do 1200km, including about 22000m in altitude in 120h. So 5 days with somthing between 200 and 300 km of riding (including 4000m climbing) per day, meaning 10 and more hours on the bike each day. And then sleeping in a bivac… Honestly – what I am doing sounds like a piece of cake in comparison:-) Asked about it, Matthieu told me that three women were supposed to particpate and that I can take part next year – he is sure that I can do it – after all, I have now a year to prepare (and train). hahaha.

So. I landed in Berlin and after having visited Marseille for 1.5 days, Paris for some hours, I decided to offer Berlin a bit more time and stay for a week. It started out with a super nice untypical (at least for me) Berlin weekend: a girls weekend (thanks Dany and the girls for making me feel at home!!) with swimming and riding a pedalo on Wannsee, discovering awesome kid’s playgrounds and enjoying nice beer gardens, etc. And after the first impression on how green and how full of water Berlin can be, I did go more urban and downtown for a couple of days. I won’t bore you with the details, but just to give you an overview of the places I have been to in the last couple of days: Charlottenburg, Tiergarten, Mitte (and everything there is to see there), Prenzlauerberg (walked around everywhere, including the Mauerpark and the Watertower park), Kreuzberg (back and forth, including Bergmannkiez, Oranienstr. etc… ), Friedrichshain and Treptow (mainly in the park, enjoying the sun on the little island)… What I was doing in all these areas?? Walk, walk, walk, ride a bike and eat food (sorry, no German food:-)) and changed from Rosé to beer! One thing I would like to point out (and also for you to understand these nonesense pictures): trying to be local and watching the beautiful sunset from an S-Bahn bridge (close to Warschauer Str.). Well, there was no beautiful sunset and all I could see were cranes on Berlin’s skyline. But it was super fun to see all the people hanging out on a random bridge, like it would be the coolest thing to do:-)))

Well – to wrap it up: today I started riding again. I am heading north to the Baltic Sea and am currently at a beautiful lake close to Fürstenberg/Havel. This day has been full with sunshine and lots of rain, endless stretches of great cycle paths through forets and along rivers and canals. My plan is to ride along the German coast for 1-2 days and then along the Polish coast for a good week.

And just for the record – until Marseille I did this (I will not inlcude the kms we did mountainbiking, nor the kms I rode around Paris or Berlin in my statistics, too complicated…):
2786km
33630m altitude

Bis bald!

image

Das Leben in Pastelltönen …

Nach zwei ausgezeichneten Abendessen, einem gemütlichen Tag in der Nähe von Apt und einem feinen Besuch an dem wunderbar bunten und sehr schönen Markt in Apt am Samstagvormittag, hab ich mich mal wieder von meinen Lieben verabschiedet und auf mein Rad geschwungen. Und zwar auf die Autobahn. So zumindest unser “interner” Titel für die genialen Radwege rund um Apt (auf dem Bild eine schön bunt bemalte Radunterführung). Für die erste Etappe von Gargas nach Apt hatte ich tatsächlich fast alle 80km durchgehend einen Radweg, oder zumindest beschilderte Nebenstraßen, zum “Dahinrollen”. Angelegt auf einer alten Bahntrasse, mitten in der Natur, vorbei an ehemaligen provenzialischen Steinhaus-Bahnhöfen mit pastellfarbenen Fensterbalken, gesäumt von Mohnblumenfeldern – so ungefähr würde ich die Radautobahn beschreiben – sehr gemütlich! Und im Gegensatz zu den italienischen Radwegen, die ja unter Überbevölkerung (von allen, abgesehen von Radfahrern) leiden, war ich großteils alleine unterwegs. Arles – mein erstes Ziel – war sehr herzig. Schöne römische Überbleibsel und eine kleine Stadt, die aussieht, als ob ein Maler die Hälfte seiner Farbpalette zu Hause vergessen hatte und deshalb alles nur in Pastelltönen bemalt hat. Leider bin ich etwas zu spät nach Arles gekommen um mich noch einem wichtigen ehemaligen Bürger der Stadt zu widmen – Vincent Van Gogh, der eine seiner produktivsten Zeit wohl in Alres verbrachte.

Für den nächsten Abschnitt – durch das Naturschutzgebiet “Camarque” – habe ich mir die kleinste Nebenstraße ausgesucht und bin mit einem Flamingo belohnt worden:-)) Weiße Pferde hab ich natürlich auch gesehen, allerdings würde ich nicht behaupten, dass es wilde Pferde waren – sie waren definitiv auf einem eingezäunten Gelände. Und bei einem zufälligen Stop in dem Dorferl Salin de Giraud bin ich dann auch noch Mitten in ein Dorffest geradelt. Die Tracht und vor allem die tollen weißen Stoffhauberl der Mädels und Frauen haben mich ein bisserl an unsere Goldhauben zu Hause erinnert.

Mein Ziel an dem Tag war aber noch etwas südlicher: die Côte bleu vor Marseille. Da die liebe “Gande Nation” (Frankreich) ihre Größe auch gerne in mehrspurigen Straßen mit beidseitiger “Beleitplankung” verdeutlicht, war es allerdings etwas ein Kampf auf Radfahrbaren Wegen weiter in den Süden zu kommen. Das schöne Martigues (Titelbild) und der anschließende Strandtag, an der dann doch noch erreichten Côte bleu, haben mich aber darüber hinweggetröstet.

So – und dann war es ja nur mehr einen Hügel rauf und runter entfernt: Marseille! Auf Marseille hatte ich mich ja schon sehr gefreut und war auch sehr gespannt auf die zweitgrößte Stadt des Landes. Und Marseille ist toll. Wieder so eine Stadt mit vielen Gegensätzen, ein richtiger “Melting Pot” in dem viele Kulturen, Geschmäcker und somit auch unterschiedliche Stadtteile aufeinandertreffen. Eines ist klar – ich muss wieder hin. Ich war nämlich zu geizig um Bouillabaise in einem der teuren Touri-Restaurants zu essen und ich hatte zu wenig Zeit um eine anständige Alternative zu finden. Aber dafür bin ich am Strand gesessen, durch das alte, pastellene Viertel Le Panier spaziert, ewig lang in dem bunten Viertel Cours Julien rumgehängt und habe viel geschmunzelt über die “sich-vor-lauter-feinen-(vor allem süßen!!)-Spezialitäten-biegenden-Tische” im arabischen Viertel nach Sonnenuntergang (es ist gerade Ramadan). 2013 war Marseille Weltkulturhauptstadt und da wurde einiges “verschönert”. Abgesehen von den schönen alten Gebäuden gibt es somit auch ein paar moderne architektonische Highlights. Am Besten gefallen hat mir das Fort Saint-Jean: wunderschön renoviertes altes Gemäuer, aufgepeppt mit einigen sehr modernen Elementen – und vor allem: auf unzähligen Ebenen kleine Terrassen mit Meerblick oder Gärten mit Kräutern und hölzernen Liegen, Bänken oder Stühlen – ideal um mein 12. Buch auszulesen:-) In Marseille hab ich übrigens auch etwas erlebt, das ich, glaube ich, so noch nie erlebt habe: zwei streitende Frauen im Bus. Die haben sich nichts geschenkt. Beide nicht mehr ganz jung (ich würde sagen, für die eine könnte man noch den Begriff “Best-Ager” – ja schon wieder:-)) – verwenden, die zweite hätte ich definitiv als älter bezeichnet:-)) -haben sich mit Schimpfwörtern beworfen. Ich kann sehr gut fluchen auf Französisch und kenne einige Wörter, die nicht für zarte Ohren bestimmt sind – aber da hab ich einiges Neues gelernt. Unglaublich. Und die Lautstärke!!!! Also wenn ich den Bus gelenkt hätte, ich hätte die beiden Damen mit etwas nachdruckt auf die Straße gesetzt. Ach ja – ich habe ganz vergessen zu erwähnen worüber sie gestritten haben: die eine wollte das kleine Kippfenster offen haben, die andere nicht. Das wars. Noch einmal: unglaublich.

Und zuletzt – mir sind doch noch ein paar Sachen eingefallen, die sich verändert haben (seit ich Italien verlassen habe und durch das südliche Frankreich gondle): ich esse kein Eis mehr (es ist einfach zu teuer. In Italien kostet Eis ja schon mehr als beim Italiener in Wien und in Frankreich kostet Eis doppelt so viel wie in Italien. Verrückt.). Dafür esse ich Pain au Chocolat, Pain au Raisin und trinke Pastis und Rosé:-)). Dann die Straßenschilder: in Italien werden meistens Kilometerangaben auf Straßenschildern abgedruckt (zum Teil hat mich das ja zur Verzweiflung gebracht, nachdem sich diese Kilometerangaben soooo oft widersprochen haben. Mein Highlight waren 2 Straßenschilder in nur 2m Entfernung, beide in die selbe Richtung weisend, zum selben Ort mit Kilometerangaben, die sich auf 9km unterschieden haben??!!) – Franzosen sind da etwas sparsamer (Kilometerangaben gibt es selten). Auch hab ich es einmal gewagt (zugegebener Weise unabsichtlich) gegen die Einbahn zu fahren und bin böse beschimpft worden (zu recht natürlich) – in Italien wäre mir vermutlich noch freundlich zugenickt worden. Ansonsten war das Wetter jetzt immer sehr schön und zum Teil auch schon sehr heiß. Meine “Bergetappen” haben ausschließlich bei 30-35 Grad statt gefunden. Und schlußendlich noch eine gravierende Änderung: mein letzter Krimi hat in der Provence gespielt und nicht mehr in Ligurien oder der Toskana.

So und mittlerweile bin ich in der germanischen Hauptstadt angekommen. Wie ich es so schnell hierher geschafft habe und wie es weiter geht, das erzähl ich Euch dann Anfang nächster Woche.
Auf Wieder-Lesen!

Vive la France!

How great and how strange at once it is to suddenly understand (almost) everything again and to be able to communicate and make one understand. Two weeks in France have almost passed and still it feels like I just crossed the border. As mentioned, the first “French” week was spent with a break from travelling and by actually being on vacation: mountainbiking in Breil sur Roya. It was the first time ever since I left home that I stayed in one place for so many nights (8 in total)!! And it felt good. I spent this week with a lovely group of friends from back home. We lived in a typical French “gites” with a beautiful garden, cherry and olive trees, good honest homemade food and a perfect terrace for long nights spent with Rosé and Pastis.

Some highlights of this weeks:
– endless laughs playing UNO with special rules added by the guys making sure the game got ever more complicated
– many of the flowing and partly technical single trails (like one with 60 switchbacks in a row)
– our guide and host Carlos of Roya Evasion with his unique French riding style (love it)
– every sip of Rosé and Pastis we enjoyed and all morning and night talks filled with meaningful and meaningless discussions.
– the nice pinkish train station with the bar/restaurant that became my coffee/wifi homespot.

image
Thank you guys for this awesome week!
The only real drawback happened at the end of the week, as I got a little sick and had to cancel the last day of riding in order to be strong enough on the next day to continue my travels. I have to say, seeing the guys leave in a car, made me want to go with them, as it seemed necessary in order to finish off this vacation together, but then on the other hand, I was also really excited to continue my travels on the next day.

So the different stages I did in the last five days were: Breil sur Roya to somewhere between Cagnes sur Mer and Antibes, from there to a tiny village in the hills called Bargemon. Then a short stage from Bargemon to Comps-sur-Artuby in order to ride along the Grand Canyon du Verdon on the next day until Moustiers-Sainte-Marie. And the final stage then brought me to Gargas (right behind Apt en Provence) where I am staying with my godparents and parents for two nights. So all in all those five days accumulated to about 320 km and 5600m climbing. Most of it was beautiful, two of the days were hard, because I was coughing a lot and probably not in the best shape for riding, but now I feel much better.

Surprisingly enough, I loved doing the two passes going from Breil to Nice: Col de Brouis and Col de Braus. I think mainly because I was “carried” up there, by all the other roadbike riders who passed me and didn’t spare with nice comments. Apparently there was a race going on the same time I rode up to Col de Braus and the riders passing me complimented with “Bravo”, “Bon courage” or my two favorite lines: “Quest-ce qu’elle est courageuse” (difficult to translate, but I’d go with something like: “how strong/adventurous she is!”) and the last rider of the competition – slowly passing me, looking at my bike with a lot of attention – suddenly going “Sans moteurs??!! – Mais c’est magnifique!” (“Without motor?! That’s awesome!”).

I have also received a lot of “thumbs up” by motorbikers lately and to be very honest it impresses me how impressed random people are that one (in this case me) is travelling by bike (like the guy in the coffee place yesterday in the afternoon who offered me an extra cookie once he saw my bike:-)).

Crossing the Provence by bike is a very nice experience in general. The Grand Canyon de Verdon was gorgeous (unfortunately for the photos the light was completely flat on that day, fortunately for me, because then it was not soooo hot riding). The smells of all the herbs and flowers along the way is so pleasant and the fields of lavender and all the small villages – just beautiful.


The nicest coffee in France I had so far, was in Comps. I was invited by three seriously unique locals to share a cup and some talks. I have no idea of how much of their stories were true, but the main talker claimed to have been raised by Americans (he did speak American English flawlessly, as he proved to me in order to test my English, as we were acutally talking in French) in Algeria and then grew up in France and apparently was the head of the police force of the region of Comps. I have to describe them to you: so one guy was a motorbike rider, pretty “normal” (whatever that means): tatoos, leather jacket, jeans. The apparently “ex-cop”: Long, curley grey/white hair, cowboy hat, John Lennon glasses, “cowboy-style” Wooden Clox and side pocket pants. And the third guy was like out of a book: skinny, cut-off jeans hot-pants which were held up with wide neon orange suspenders over a checked cowboy shirt, tatoos all over, FOKUHILA (in English: FRSHBALO: front short back long – I just made that up), meaning that his grey hair was mainly short, except for the back part which was long and in treads. Awesome. The main talker also had a story about riding a bike. Apparently he bought a bike once, rode with it for 2 minutes, saw a kid, asked him if he wanted that bike and offered it to him for free, as he had decided he didn’t really like riding within those two minutes… Go figure! I felt like in a theater play sitting with these three inspring gentlemen:-)

So France has been treating me gently and the after-effects of the border crossing have not been so heavy in the end:-) I guess the main difference (between Italy and France) I still have to get used to, is the fact that I don’t get as many receipts anymore. In Italy you get a receipt for every 30 Cents coffee you buy, whereas the French seem to take this “new” EU regulation not thaaaatttt seriously.

So starting tomorrow I will slowly make my way towards Marseille. A plus – Eva!