Hej hej! Oder: das Leben in blau-gelb

Verrückt – schon 10 Tage in Schweden, die Zeit verfliegt!! Die Nacht in meinem Mädeslzimmer auf der Fähre war super fein, inklusive kitschigstem Sonnenuntergang und Lottchen und ich sind wunderbar im blau-gelben Schweden angekommen.

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Doch bevor ich Euch über meine bisherigen 10 Tage Schweden erzähle noch kurz zu Tallinn:
In Tallinn habe ich mich mal wieder über Warmshowers eingemietet und zwar bei Kristjan. Und das war super fein. Für zwei Tage bin ich einfach Teil “seiner Jungs” geworden, habe an den “normalsten” und gleichzeitig ungewöhnlichsten Plätzen den Sonnenuntergang bewundert, den Jungs ein bisserl beim Abdunkeln mit Folien des T3 VWs geholfen, Elchsuppe gegessen, mich viel über Estland unterhalten und zwischendrinnen die schöne Altstadt (voll mit Kreuzfahrttouris) und das bunte, moderne, trendige Rundherum (unter anderem den wundschönen neuen Markt und die kuriosen Überbleibsel vom alten Markt – dort auch das tolle Käferbild:-)) begangen und befahren. Ich mag Estland einfach und Tallinn auch, sehr gerne.

So – und nun aber zu Schweden. Stockholm habe ich sehr stiefmütterlich behandelt. Das war mir einfach zu voll. Es war gerade Pride Week als ich angekommen bin und ich bin mal schnell durch die Altstadt spaziert (um mir sicher zu sein, dass ich eh schon mal da war), bin mit Lottchen auf eine Insel getuckert, habe Kaffee getrunken und mich dann schläunigst über die unzähligen Radwege in Richtung Westen aufgemacht.

Schweden ist für mich ja besonders – weil ich mich schon die ganze Zeit aufs “wild zelteln” gefreut habe. Und auch, wenn ich das ab Polen hin und wieder gemacht habe, dann ist es hier doch etwas anders – weil eben vollkommen erlaubt. So einfach ist es aber dann doch auch wieder nicht (musste ich schon feststellen). Aber jetzt habe ich einen Trick entdeckt: ich suche mir immer einen Badeplatz in der Botanik, da gibts dann meistens einen Tisch, ein Plumsklo und ein bisserl Strand und im Normalfall keine Leute. Das ist das perfekte Set-Up für mich. Wenn es das aber auf langen Strecken nicht gibt (weil zB zu viele Menschen wo leben, oder kein Zugang zum See ist, oder, oder), dann gibts noch die Option Wald oder die Option Campingplatz. Beim Campingplatz muss man ein bisserl in die Tasche greifen, aber ich hab es sogar schon geschafft den Preis zu verhandeln. Der Trick dabei: “Echt so viel? auch ohne Auto? Ich hab nur ein kleines Zelt und ein Fahrrad…”.
So gondle ich also dahin. Zuerst gings von Stockholm in einer sehr langen und zwei kurzen Etappen nach Surahammar zu meiner Freundin Maria. Die Wiedersehensfreude nach 15 Jahren war riesig. Und die Zeit mit Maria, Niklas, Frida und Hanna einfach wahnsinnig gemütlich. Surahammar war für mich drei Tage lang faulenzen, viel quatschen, lachen und ein Einblick in den schwedische Alltag. Habt Ihr gewusst, dass die Kids in Schweden immer am Samstag (und nur am Samstag) naschen dürfen (Saturday Candy)?? Hängt mit irgendeiner Werbung zusammen, die wohl ordentlich eingeschlagen hat.
Dann habe ich meine Liebe zu Knäckebrot wieder entdeckt, mich an Tuben-Kaviar erfreut, Käse aus der Tube kennengelernt und vor allem ein neues Pausen-Konzept in meinen Alltag eingeführt: FIKA! Das müsst Ihr googeln. Das steht für Pause, Kaffe trinken, jausnen, tratschen – kurzum, braucht man unbedingt. Ich mindestens einmal am Tag:-)

Im allgemeinen erinnern mich Schwedische Kleinstädte oft an amerikanische Kleinstädte – große Shoppingzentren in der Peripherie und Coffee Shops im Zentrum. Kleine Supermärkte findet man wenig und schwer, finde ich. Ach und weil ich grad bei Amerika bin: in Schweden habe ich wieder angefangen Filterkaffee zu trinken. Ich bin ja ein alter Sparefroh und den Filterkaffee gibts hier (eben auch wie in den USA) immer mit gratis re-fill:-)) So viel Kaffee kann ich gar nicht trinken, wie ich da für 2,50 bekommen würde. Noch etwas, das für mich sehr gewöhnungsbedürftig ist: Schweden ist quasi bargeldlos. Ich bin der letzte Mohikaner, der hier noch mit Cash zahlt. Mir ist es schon passiert, dass mir nicht rausgegeben werden konnte, weil so wenig Kohle in der Kasse war. Hmmm.

Auch Schweden mag ich fruchtbar gerne. Irgendwer hat mich noch gewarnt und gesagt – da gehts dann aber auch ewig dahin nur durch Wald und so. Kann ich so nicht unterschreiben: erstens hab ich vor allem Kornfelder gesehen, dann viele Pferde, immer wieder Wald und natürlich auch viel Wasser. Das tolle ist aber, dass immer wieder irgendwo ein Häuserl auftaucht und an denen kann ich mich gar nicht satt sehen. Also ich war ja schon mal in Schweden, aber an das rote Schwedenhaus kann ich mich nicht erinnern. Wohl ist mir bewusst, dass es quasi für Schweden steht, aber, dass am Land 80% der Häuser so aussehen, damit habe ich einfach nicht gerechnet. Und hin und wieder ist dann jemand ganz gewagt und malt es gelb an. Oder vielleicht sogar grau. Boah! hehe. In den Orten/Städten ist es dann schon ein wenig bunter – da gibts von Zuckerlfarben, über weiß fast alles. Ich will auch so ein schwedisches Holzhaus. Sofort!

Ein paar mehr Rennradlfahrer (das ist schon seit Tallinn so, eigentlich) sieht man hier auch, aber Radreisende hab ich erst 1x gesehen. Alle sind super freundlich, winken mir oft und rufen “Hej hej!”- das kann ich dann gleich akzentfrei kontern:-)

Zur Strecke noch kurz: ich bin von Surahammer an die Ostküste des Vättern See geradelt (über Vadstena und Gränna – da kommen diese rot-weißen Süßigkeiten her) bis Jönköping. Und von dort mit ein paar Umwege über super einsame Waldstrassen (zT nich asphaltiert) nach Boras. Da sitz ich jetzt in einem Hotelzimmer, bin gerade aus der Sauna raus und draussen waschelt es ordentlich. Morgen bin ich in Göteborg – wenn alles gut geht, bei einem weiteren Wiedersehen: Niclas, den ich auch noch aus Oregon kenne habe ich seit 20 Jahren nicht mehr gesehen!


Und zum weiteren Reiseverlauf (weil sich ja ein paar wundern, warum um alles in der Welt ich jetzt in Schweden rum gondle): na ich habe mir überlegt ich fahr nach Hause. Ich mag nicht mehr weiter in den Norden, ich bilde mir ein im Süden ist es wärmer:-)) Von Göteborg geht es deshalb nach Helsingborg und von dort mit der Fähre nach Dänemark. Ich hab mi gedacht ich nehme Dänemark noch mit, das bietet sich quasi an. Alles weitere wird sich zeigen:-)

Wie gehts Euch? Schickt mir trockenes Wetter, bitte!
Eure HotelzimmerluxusradreisendeEva (und Lottchen aus der Tiefgarage!!)

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4 thoughts on “Hej hej! Oder: das Leben in blau-gelb

  1. Hi Eva,
    ich freu mich von dir über Schweden zu lesen, denn du siehst das Land ja aus Radfahrersicht und ich als Autofahrer. Aber mich hat Skandinavien ebenso begeistert wie dich.
    Ich weiß nicht, wie viel Energie du noch für Dänemark hast, aber Skagen, ganz am nördlichen Spitz ist schon ein besonderer Fleck. Und in Dänemark wird dir wohl gleich mal auffallen, dass die Dänen begeisterte Radfahrer sind, da fühlst du dich sicher wohl.
    Viel Spass noch auf dem folgenden Teil deiner Reise!
    Stay safe.
    Nici

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  2. Schatzl FIKA gibt’s in Ösiland auch, heißt nur Nachmittags-Jause, oder Kaffeedl’n oder Marend, ca. zwischen 15-17.00h 😉 eingenommen. Grüße an mein geliebtes Schweden. Und nicht vergessen ganz viel “Jag älskar dej” sagen 🙂 Übrigens ist es hier nur unmerklich wärmer. Ich empfehle dir über Österreich hinweg, dich nach Kroatien durchzuschlagen, das Wetter scheint dort stabiler zu sein 😉 Dicker Schmatz!!! P.s.: Wo warst du auf meinem Trip durch Kroatien? Miss you! Und was sagt eigentlich die Blaupause zu alldem, die schmollt doch sicher!!

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    1. Hmm. ja schon, nur so zelebriert wie es hier wird, so kenn ich das bei uns nicht. In der Schweiz gibts ja noch das “z’vieri”, aber es ist nicht gerade so, dass das auf jedem Café drauf steht, oder so… hihi. “Jag älskar dej” ist einer von meinen 3 Schwedischen Sätzen. Nur zur Anwedung kommt er leider nie. Ach die Blaupause. Schlechtes Thema. Die ist gerade auf Abschiedsfahrt in der Schweiz, dann noch mit mir auf Abschiedswochenenden und dann ist es bald aus-geblaupausnet…. snifffffff

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      1. O.M.G. … ausgeblaupauset, Jössas!!! Na bum, dann muss wohl ich langsam mal einen Bulli ranschaffen 😉 Jag prota inte so mycke svenska. Einer meiner Standardsätze. Die Schreibweise mmh, da fängt es schon an, aber der Inhalt passte immer. Und irgendwie ist diese Sprache so mega logisch, wenn man eine Art Deutsch als Muttersprache hat, finde ich zumindest. Mycke Spaß noch da oben!!!!

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